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Illegale Rothirsch-Jagd: Jäger verliert Jagdschein nach Schonzeit-Verstoß
Im oberösterreichischen Bezirk Gmunden ereignete sich ein schwerer Jagdrechtsverstoß: Ein 59-jähriger Jäger erlegte während der Schonzeit einen Rothirsch und muss nun mit dem Entzug seiner Jagdkarte rechnen. Die Polizei beschlagnahmte mehrere Waffen. 🚨 Nächtlicher Wilderei-Vorfall alarmiert Anwohner Am 28. Februar 2026 gegen 0:15 Uhr wurde die Polizei von einem aufmerksamen Nachbarn alarmiert, der einen Schuss in der Nähe seines Hauses gehört hatte. Die Ermittlungen ergaben, dass ein 59 Jahre alter Jäger auf seinem eigenen Grundstück einen Rothirsch gestreckt hatte. Begleitet wurde er von einem 26-jährigen Verwandten. Der Anrufer hielt sich zum Zeitpunkt des Schusses unweit des Geschehens auf und entdeckte kurz darauf den erlegten Hirsch. Beide Männer verfügten über eine gültige Jagderlaubnis, doch dies schützte sie nicht vor den Konsequenzen ihres Handelns. ⚖️ Schwerer Verstoß gegen das Jagdrecht Der Schütze begründete seine Tat mit wiederkehrenden Schäden an Zäunen und Siloballen auf seinem Grundstück. Um weitere Schäden zu vermeiden, saßen die Männer in der Nacht auf Rotwild an – mitten in der Schonzeit. Zwar besaß der Schütze eine gültige Ausgeherlaubnis, jedoch galt diese für einen anderen Jagdbezirk. Bei dem Vorfall handelt es sich um einen schweren Eingriff in das Jagd- und Fischereirecht, weswegen beide Jäger bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft angezeigt wurden. Die Jagdgesellschaft erlitt durch den Abschuss des sechsjährigen Hirsches einen finanziellen Schaden von über 4.000 Euro. ✅ Waffenbesitz überprüft und beschlagnahmt Da für beide Jäger ein vorläufiges Waffenverbot gilt, wurde eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Hierbei wurden acht legale Jagdwaffen, Munition und zwei Schalldämpfer sowie ein Rotlicht-Modul und ein selbstgebauter Schalldämpfer konfisziert. Diese waren zum Teil frei zugänglich oder wurden in unverschlossenen Räumen aufbewahrt. Nach österreichischem Jagdrecht drohen bei solchen Verstößen Strafen von mindestens 2.000 bis 20.000 Euro sowie der Entzug der Jagdkarte. 📊 Wildtierkriminalität in Österreich: Zahlen und Fakten Laut dem Umweltverband WWF Österreich wurden seit dem Jahr 2000 mehr als 490 Fälle illegal geschossener, vergifteter oder durch Fallen getöteter Wildtiere dokumentiert. Die Dunkelziffer liegt Experten zufolge deutlich höher, da viele Verstöße nicht angezeigt werden. In Oberösterreich endet die Jagdzeit auf Rothirsche einheitlich am 31. Januar, danach beginnt die Schonzeit bis zum 31. August. Der Abschuss während dieser Periode stellt einen der schwerwiegendsten Verstöße gegen das Jagdrecht dar und wird von den Behörden konsequent verfolgt. Die Statistik Austria verzeichnete im Jagdjahr 2024/25 einen Rückgang der Wildtierabschüsse um 4,6 Prozent auf 725.300 Tiere. 🛡️ Neue Verschärfungen im Jagdgesetz geplant Die österreichischen Behörden arbeiten an weiteren Verschärfungen des Jagdrechts. Mit der geplanten Reform des Waffenrechts bis Mitte 2026 sollen illegale Jagdpraktiken noch effektiver bekämpft werden. Besonders geschützte Arten unterliegen einem fünfjährigen Jagdverbot bei Verstößen. Für Jäger bedeutet dies: Die Kontrolle der Schonzeiten und Jagdbezirke muss vor jedem Abschuss sorgfältig erfolgen. Die Jagdverbände appellieren an alle Mitglieder, die gesetzlichen Vorgaben strikt einzuhalten, um das Ansehen der Jägerschaft zu bewahren. Der aktuelle Fall in Gmunden zeigt eindrücklich, welche Konsequenzen Nachlässigkeit haben kann.
Tobias Gruber
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